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Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen
Claudia Fuchs, Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Rathaus, 3. Stock, Zi. 300
Marktplatz 1
87700 Memmingen

Tel. 08331/850-260
Fax 08331/5433

claudia.fuchs
@memmingen.de

Projekte gegen Gewalt

Das am 01.01.2003 in Kraft getretene Gesetz zum zivilrechtlichen Schutz vor Gewalttaten und Nachstellungen (Gewaltschutzgesetz - GewSchG) stärkt deutlich die Rechte von Opfern Häuslicher Gewalt im Zivilrecht und verbessert das polizeiliche Einschreiten.

Das Gewaltschutzgesetz war Anlass, einen "Runden Tisch" ins Leben zu rufen. Dieser "Runde Tisch" wurde vom Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V. und der Frauenbeauftragten der Stadt Memmingen initiiert. Er besteht seit Juni 2002. In diesem Gremium arbeiten zusammen:

  • Polizeiinspektionen Memmingen, Mindelheim und Bad Wörishofen
  • Jugendämter der Stadt Memmingen und des Landkreises Unterallgäu
  • Frauenhaus / Verein zum Schutz misshandelter Frauen und Kinder e.V.
  • Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen und des Landkreises Unterallgäu
  • Erziehungsberatungsstellen der Stadt Memmingen und des Landkreises Unterallgäu
  • Amtsgericht
  • Anwaltverein Memmingen
  • Staatsanwaltschaft
  • Gesundheitsamt der Stadt Memmingen
  • Kinderklinik SPZ
  • Kinderschutzbund Memmingen/Unterallgäu e.V.
  • Weißer Ring

Durch die Vernetzung wird das Zusammenwirken der einzelnen Beratungsstellen optimiert; es werden wirksame Ziele definiert und Strategien im Anti-Gewalt-Bereich entwickelt.

Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit. Das Gewaltschutzgesetz benennt dies eindeutig. Allen muss klar sein, dass körperliche, seelische und sexuelle Gewalt sowohl im öffentlichen Raum als auch in Familie und Partnerschaft strafbar ist. Bisher wird Partnergewalt häufig verharmlost und oft schnell entschuldigt.

Häusliche Gewalt wird überwiegend von Männern gegen Frauen ausgeübt. Das eigene "zu Hause", der vermeintliche Schutzraum, wird oft zum Tatort. Der Begriff "häusliche Gewalt" umfasst die Formen der physischen, sexuellen, psychischen, sozialen und emotionalen Gewalt. Sie findet zwischen erwachsenen Menschen statt, die in nahen Beziehungen zueinander stehen oder gestanden haben.

Durch das Aussprechen eines Platzverweises und eines Näherungsverbotes zur Familienwohnung sind im Gewaltschutzgesetz Maßnahmen zur Bekämpfung festgeschrieben. Erfahrungen aus Modellprojekten in Deutschland und Österreich haben gezeigt, dass sich ein effektiver Schutz vor häuslicher Gewalt meist nur erreichen lässt, wenn Täter und Opfer zumindest vorübergehend getrennt werden. Erst dann hat das Opfer wirklich die Möglichkeit, sich angstfrei Gedanken zu machen, wie es in der Zukunft weitergehen soll.