Seiteninhalt:

Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen
Claudia Fuchs, Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Rathaus, 3. Stock, Zi. 300
Marktplatz 1
87700 Memmingen

Tel. 08331/850-260
Fax 08331/5433

claudia.fuchs
@memmingen.de

Aktuelle Meldung

"Meine Bilder sind meine Sprache"

Besondere Fotoausstellung "Nashim" - Fotografien und Geschichten jüdischer Frauen in Deutschland des Frankfurter Fotografen Rafael Herlich im Beisein zahlreicher interessierte Gäste eröffnet

"Das ist die einzige Fotografie meiner Großeltern", so berichtet Rafael Herlich berührt bei der Ausstellungeröffnung "Nashim" (Fotos: Birk / Pressestelle Stadt Memmingen)

Oberbürgermeister Manfred Schilder überreicht dem Gast aus Frankfurt das neue Buch über die Stadt Memmingen.

Die Fotografien der Kinder erklären die jüdischen Feste und Traditionen.

Klarinettist Günter Schwanghart spielt sich in die Herzen der Zuhörerschaft.

Rafael Herlich belebt die Bilder mit seinen Erzählungen und die Schülerinnen des Vöhlin-Gymnasiums lauschen nachdenklich.

 

„Meine Bilder sind meine Sprache“, mit diesen Worten nahm der Fotograf Rafael Herlich die zahlreichen Gäste in der Memminger Rathaushalle mit auf eine Reise in die Lebenswelten von Jüdinnen und Juden in Deutschland heute und in seine eigene Vergangenheit. Berührt von seinen persönlichen Erlebnissen und von seinem Engagement gegen den neu aufkeimenden Antisemitismus in unserem Land lauschten mehr als 100 Besucherinnen und Besucher bei der Ausstellungseröffnung den leisen und nachdrücklichen Worten Herlichs.

Eingeladen von der Gleichstellungsbeauftragten Claudia Fuchs eröffnete der Frankfurter Künstler seine Ausstellung „Nashim“ (hebräisch:Frauen), in der Portraits jüdische Frauen aus Deutschland in ihrem Alltag gezeigt werden. Schülerinnen sind in der Ausstellung ebenso vertreten wie Rabbinerfrauen, Künstlerinnen, Soldatinnen – der deutschen und der israelischen Armee –, eine Anwältin und eine Ärztin sowie mehrere Überlebende der Schoa. Die Portraits umfassen die unterschiedlichsten Lebensentwürfe von Frauen und zeigen sie sowohl in ihrer Verschiedenheit als auch in ihren Gemeinsamkeiten.

Von der Leiterin des Stadtmuseums Ute Perlitz professionell präsentiert auf weißen Stellwänden und durch Lichtleisten besonders in Szene gesetzt entlockten die 27 großformatigen Schwarzweißfotografien so manch beeindrucktes „Wow“ bei den Besucherinnen und Besuchern in der Rathaushalle.

Bei Ihren einführenden Worten erinnerte die Ausstellungsinitiatorin auch an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Memmingen, „die fast ein Jahrhundert geachteter Bestandteil des städtischen Lebens waren“, so Fuchs. Stellvertretend hat die Frauengeschichtswerkstatt Memmingen gemeinsam mit dem Stadtarchiv 8 Memminger Frauen mit kurzen Biografien und kleinen Besonderheiten mit in die Ausstellung genommen

Insgesamt 50 Jüdinnen hat Rafael Herlich fotografiert und in einem Bildband veröffentlicht. Die Porträtierten selbst haben Texte zu den Fotos geschrieben und damit einen Teil ihrer Biografie, Gefühle, Gedanken und Lebenseinstellungen offenbart.

Herzlich begrüßt wurde Rafael Herlich auch von Oberbürgermeister Manfred Schilder. Bei seiner Ansprache bezeichnete den Fotografen als einen der wichtigsten Chronisten jüdischen Lebens in Deutschland. Schilder macht deutlich, dass der Stadt Memmingen viel daran liege, die Geschehnisse der Vergangenheit nicht zu vergessen und verwies dabei auch auf die jüngste Stolpersteinverlegung in der vergangenen Woche.

Rafael Herlich sieht sich als Botschafter gegen Rassismus und Antisemitismus und referiert gerne auch in Schulklassen. So führte er gestern eine Gruppe interessierter Schülerinnen der 12. Klasse des Vöhlin-Gymnasiums begleitet von ihrem Lehrer Robert Paulus durch die Ausstellung und kam mit den jungen Menschen ins Gespräch. Mit dieser nachhaltigen Aufklärungskampagne und mithilfe seiner Ausführungen und Fotografien hoffe er darauf, „eines Tages in einer Welt zu leben, in der Menschen gleich welcher Rasse, Religion oder Nationalität zusammenleben können und sich gegenseitig akzeptieren und respektieren“, so Herlich.

Musikalisch umrahmt und in besonderer Weise gestaltet wurde die Eröffnung von Günter Schwanghart an der Klarinette.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt mit der vhs Memmingen, der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, der Frauengeschichtswerkstatt Memmingen e.V., dem Stadtarchiv und dem Kulturamt der Stadt Memmingen.

Der Bildband kann während der Ausstellung im Gleichstellungsbüro (Rathaus, 3. Stock) eingesehen und für 24,90 € käuflich erworben werden.

Im Begleitprogramm werden noch zwei kostenlose Führungen durch die jüdische Abteilung des Stadtmuseums angeboten. Am 22. Oktober um 11 Uhr und am 26. Oktober um 14 Uhr. Am 29. Oktober findet eine Spezialführung "Jüdisches Leben in Memmingen" statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Marktplatzbrunnen. Kostenbeitrag 5 €